Funktionsprinzip von Wirbelstrommessern und ihre Rolle sowie Auswahl bei der Auslegung von Bioreaktoren
I. Einleitung
Im Bereich der modernen Biotechnologie und des Bioingenieurwesens findet die biologische Fermentationstechnologie breite Anwendung in der Pharmazie, der Lebensmittelindustrie, der Enzym- und Impfstoffentwicklung, der mikrobiellen Kultur, der synthetischen Biologie und anderen Gebieten. Als eine der wichtigsten Ausrüstungen… Bioreaktoren (auch als biologische Reaktoren bekannt) sind dafür verantwortlich, ein geeignetes Wachstumsumfeld für Mikroorganismen oder Zellen bereitzustellen. Im gesamten FermentationssystemDie genaue Messung und Steuerung des Gas- und Flüssigkeitsstroms beeinflusst direkt den Gehalt an gelöstem Sauerstoff, die Stoffwechselraten und die Qualität des Endprodukts.
Unter den zahlreichen Durchflussmessgeräten finden Wirbelstrommesser aufgrund ihrer einfachen Bauweise, hohen Stabilität und geringen Wartungskosten breite Anwendung bei der Messung von Betriebs- und Prozessgasen wie Dampf, Luft, Stickstoff und Kohlendioxid in Bioreaktoren. Dieser Artikel erläutert systematisch das Funktionsprinzip von Wirbelstrommessern und analysiert deren Rolle sowie wichtige Auswahlkriterien für die Bioreaktorkonstruktion.
II. Funktionsprinzip von Wirbelstrommessern
1. Das Kármánsche Wirbelstraßenphänomen
Die Funktionsweise von Wirbelstrommessern basiert auf dem bekannten Prinzip der Kármánschen Wirbelstraße. Strömt ein Fluid mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch einen nicht strömungsgünstigen, stumpfen Körper (den sogenannten Wirbelerzeuger) in einer Rohrleitung, entstehen stromabwärts periodisch abwechselnd angeordnete Wirbel. Die Frequenz der Wirbelbildung ist proportional zur Strömungsgeschwindigkeit und innerhalb eines bestimmten Reynoldszahlbereichs weitgehend unabhängig von Fluiddichte, Temperatur und Druck.
Die Grundformel lautet:
f = St × V / d
Wo:
- f ist die Wirbelfrequenz
- St ist die Strouhal-Zahl
- V ist die mittlere Fluidgeschwindigkeit
- d ist die charakteristische Breite des Wirbelerzeugers.
Durch die Erfassung der Wirbelfrequenz kann der Volumenstrom des Fluids indirekt berechnet werden.
2. Signalerkennungsverfahren
Wirbelstrommesser verwenden üblicherweise die folgenden Detektionsmethoden:
- Piezoelektrische Sensoren: Nutzen Druckpulsationen, die durch Wirbel erzeugt werden
- Kapazitive Sensoren oder Dehnungsmessstreifen
- Wärmesensoren (für besondere Anlässe)
In der Biologie FermentationssystemPiezoelektrische Wirbelstrommesser sind aufgrund ihrer hohen Temperaturbeständigkeit und starken Störfestigkeit die am weitesten verbreiteten Durchflussmesser und eignen sich daher besonders für die Messung von Dampf und Gas.

III. Eigenschaften und Vorteile von Wirbelstrommessern
Im Vergleich zu anderen Durchflussmessgeräten weisen Wirbeldurchflussmesser folgende wesentliche Vorteile auf:
1. Einfache Konstruktion ohne bewegliche Teile: Hohe Zuverlässigkeit und stabiler Langzeitbetrieb, geeignet für kontinuierliche Fermentationsbedingungen.
2. Breites Anwendungsspektrum: Kann Luft, Sauerstoff, Stickstoff, CO₂, Wasserdampf und einige Flüssigkeiten messen und erfüllt damit die vielfältigen Medienanforderungen von Bioreaktoren.
3. Hohe Temperatur- und Hochdruckbeständigkeit: Besonders geeignet für Dampfsterilisationsleitungen (SIP). BioreaktorenDie
4. Niedrige Wartungskosten: Kann die Kosten für die Wartung von Instrumenten und Ausfallzeiten in biotechnologischen Anlagen deutlich reduzieren.
5. Standardisierte Ausgangssignale: Einfache Integration mit SPS-, DCS- oder Fermentationssteuerungssystemen.
IV. Rolle von Wirbelstrommessern im Bioreaktor-Design
1. Messung des Luftstroms bei der Gärung
Beim Betrieb von Bioreaktoren ist Luft das grundlegendste und wichtigste Sauerstoffversorgungsmedium. Wirbelstrommesser werden häufig im Hauptluftansaugrohr oder in den Abzweigleitungen von Bioreaktoren installiert, um den Luftstrom in den Bioreaktor zu messen und so grundlegende Daten für die Steuerung des gelösten Sauerstoffs und die Anpassung der Rührerdrehzahl zu liefern.
Obwohl thermische Massenstrommesser häufig in kleinen Laborbioreaktoren eingesetzt werden, nehmen Wirbelstrommesser aufgrund ihrer Kosteneffizienz und Zuverlässigkeit in Bioreaktoren im Pilot- und Industriemaßstab immer noch eine wichtige Stellung ein.
2. Sauerstoff- und Inertgaskontrolle
Bei einigen Hochdichtekulturverfahren oder der Kultivierung spezieller Stämme ist es notwendig, reinen Sauerstoff zuzuführen oder Stickstoff und Kohlendioxid zur Einstellung der Atmosphäre einzuleiten. Wirbelstrommesser können zur quantitativen Messung dieser Gase eingesetzt werden und spielen eine wichtige Rolle bei der Gasdosierung und der Sicherheitskontrolle. FermentationssystemeDie
3. Dampfstrommessung (SIP-System)
Im Bereich der Bioverfahrenstechnik ist die In-situ-Sterilisation (SIP) ein entscheidender Schritt, um eine sterile Fermentationsumgebung zu gewährleisten. Vortex-Durchflussmesser sind ein bewährtes Verfahren zur Dampfstrommessung und werden häufig im Sterilisationsprozess von Bioreaktoren, Rohrleitungen, Ventilen und Filtern eingesetzt, um den Dampfstrom zu überwachen und die Sterilisationswirkung zu bewerten.
4. Anwendung in Versorgungssystemen
Bei der Gesamtkonstruktion von Fermentationssystemen werden Wirbelstrommesser häufig auch in folgenden Bereichen eingesetzt:
- Dampfmessung im Kessel
- Druckluftsysteme
- Kondensatrückgewinnungssysteme
Obwohl diese nicht direkt an der Fermentationsreaktion teilnehmen, sind sie von großer Bedeutung für das Energiemanagement und die Betriebsstabilität von Biotechnologieanlagen.

V. Wichtige Auswahlkriterien für Wirbelstrommesser in Bioreaktoren
1. Auswahl basierend auf dem Medientyp
In Bioreaktoren und den zugehörigen Fermentationssystemen messen Wirbelstrommesser eine Vielzahl von Medien. Da sich verschiedene Medien hinsichtlich ihrer physikalischen Parameter, Betriebsbedingungen und Messzwecke deutlich unterscheiden, muss die Auswahl gezielt und medienspezifisch erfolgen.
- Prozessgase wie Luft, Sauerstoff, Stickstoff und CO₂: Diese Gase werden hauptsächlich zur Sauerstoffzufuhr, zum Schutz vor Inertgasen oder zur Einstellung der Atmosphäre während des Betriebs verwendet. BioreaktorBei der Auswahl sollte gasspezifischen Wirbelstrommessern Vorrang eingeräumt werden, wobei der Fokus auf deren minimaler Anlaufdurchflussrate liegt, um eine stabile Signalausgabe auch unter Bedingungen geringer Belüftung zu gewährleisten und die grundlegenden Anforderungen von Bioreaktoren an die Sauerstoffkontrolle zu erfüllen.
- Gesättigter und überhitzter Dampf: Dampf wird hauptsächlich zur In-situ-Sterilisation (SIP) von Bioreaktoren und Rohrleitungssystemen eingesetzt. Für solche Anwendungen sollten Dampf-Wirbelstrommesser in Kombination mit Temperatur- und Drucksignalen zur Dichtekompensation gewählt werden, um die Genauigkeit der Dampfstrommessung und die Nachvollziehbarkeit des Sterilisationsprozesses zu gewährleisten.
- Flüssige Medien (wie z. B. CIP-Reinigungswasser, Kondensat): In einigen bioingenieurtechnischen Projekten können Wirbeldurchflussmesser auch zur Flüssigkeitsmessung eingesetzt werden. Es ist jedoch sicherzustellen, dass die Betriebsdurchflussrate die Bedingungen für die Wirbelbildung erfüllt, um instabile Signale oder erhöhte Messfehler aufgrund zu niedriger Durchflussraten zu vermeiden.
2. Abstimmung von Rohrdurchmesser und Durchflussbereich
Bei Bioreaktoren gibt es in den verschiedenen Phasen (Anfahren, Expansion, stabile Fermentation) erhebliche Unterschiede im Gas- und Dampfbedarf, daher ist die Wahl des Rohrdurchmessers und des Messbereichs der Wirbelstrommesser von besonderer Bedeutung.
- Bei der Auswahl sollte der normale Betriebsdurchfluss im Bereich von 30 % bis 80 % des Messbereichs des Instruments liegen. Dies ist der Arbeitsbereich, in dem Wirbeldurchflussmesser die stabilsten Signale und die höchste Messgenauigkeit aufweisen.
- Der Fokus sollte auf dem minimal messbaren Durchfluss des Instruments (Anfangsdurchfluss) liegen, um die Situation „großer Rohrdurchmesser und geringer Durchfluss“ zu vermeiden. Andernfalls ist bei Betrieb mit geringer Belüftung mit dem Auftreten eines fehlenden Signals oder instabiler Pulsationen zu rechnen. BioreaktorDie
- Bei großtechnischen Bioreaktoren können Haupt- und Abzweigleitungen sinnvoll aufgeteilt werden, und es können Wirbelstrommesser unterschiedlicher Kaliber konfiguriert werden, um den Einstellbereich und die Messgenauigkeit auszugleichen.
3. Hygiene- und Sauberkeitsanforderungen
Obwohl Wirbelstrommesser üblicherweise an Stellen installiert werden, die nicht direkt mit der Fermentationsbrühe in Kontakt kommen, wie beispielsweise im Hauptlufteinlassrohr und der Dampfleitung des Bioreaktors, darf ihre Hygiene- und Sauberkeitsleistung in biotechnologischen und bioingenieurtechnischen Projekten nicht außer Acht gelassen werden.
- Das Material des Durchflussmessergehäuses sollte vorzugsweise Edelstahl (z. B. 304 oder 316L) sein, um der hohen Temperatur und der hohen Luftfeuchtigkeit unter CIP- und SIP-Bedingungen standzuhalten.
- Bei der Konstruktion sollten tote Winkel und Bereiche mit Flüssigkeitsansammlungen möglichst vermieden werden, um eine langfristige Ansammlung von Kondensat oder Verunreinigungen zu verhindern, die die Messstabilität beeinträchtigen oder potenzielle Gefahren für das mikrobielle Wachstum darstellen könnten.
- Für biologische Produkte in GMP-Qualität FermentationssystemEs ist außerdem erforderlich, sicherzustellen, dass die Dichtungsmaterialien, Schweißverfahren und Oberflächenbehandlungsmethoden des Instruments die entsprechenden Reinheitsanforderungen erfüllen.
4. Installationsbedingungen und Baustellenlayout
Wirbelstrommesser reagieren empfindlich auf die Installationsbedingungen, und eine vernünftige Rohrleitungsführung ist Voraussetzung für die Gewährleistung der Messgenauigkeit, was insbesondere in der Gesamtplanungsphase von Bioreaktoren von großer Bedeutung ist.
- Im Allgemeinen sollte der gerade Rohrabschnitt stromaufwärts mindestens 15D und der stromabwärts mindestens 5D lang sein. Befinden sich stromaufwärts Krümmer, Regelventile oder Reduzierstücke, ist die Länge des geraden Rohrabschnitts entsprechend zu verlängern.
- Bei der auf einem Rahmen montierten oder modularen Bauweise von Bioreaktoranlagen sollte im Vorfeld im Prozessablaufdiagramm und im Rohrleitungsplan ausreichend Platz für die Installation reserviert werden, um zu vermeiden, dass die Messleistung später durch Platzmangel beeinträchtigt wird.
- Bei Hochtemperaturdampfbedingungen sollten auch technische Details wie Wärmedämmung, Vibrationsdämpfung und Kondensatabführung berücksichtigt werden.
5. Abstimmung von Signalausgang und Steuerungssystem
In der modernen automatisierten Biologie FermentationssystemWirbelstrommesser sind nicht nur Messinstrumente, sondern auch wichtige Datenquellen, und ihre Signalformen müssen optimal auf das Steuerungssystem abgestimmt sein.
- Gängige Ausgangssignale sind 4–20 mA analoge Signale, Impulssignale und RS485/Modbus-Kommunikation, die entsprechend der Konfiguration des Bioreaktor-Steuerungssystems oder der SPS ausgewählt werden sollten.
- Für bioingenieurtechnische Projekte, die Statistiken zum Energieverbrauch oder eine Prozessoptimierung erfordern, können intelligente Wirbelstrommesser mit Temperatur- und Druckkompensation sowie Durchflusssummenfunktionen ausgewählt werden.
- In Fällen, in denen eine zentrale Überwachung und Datenrückverfolgbarkeit des Fermentationssystems erforderlich sind, eignen sich Wirbelstrommesser mit Kommunikationsfunktion besser zur Realisierung des digitalen Informationsmanagements.
VI. Vergleich zwischen Wirbelstrommessern und anderen Durchflussmessern
In Anwendungen der biologischen Fermentation ergänzen Wirbelstrommesser häufig die folgenden Instrumente:
- Thermische Massendurchflussmesser: Geeignet für kleine Durchflüsse und präzise Sauerstoffversorgung
- Coriolis-Massenstrommesser: Geeignet für die Flüssigkeitszufuhr
- Rotameter: Geeignet für die Vor-Ort-Beobachtung und kostengünstige Lösungen
In großtechnischen Bioreaktoren und Versorgungssystemen sind Wirbelstrommesser nach wie vor die ideale Wahl, die Leistung und Kosten in Einklang bringt.
VII. Schlussfolgerung
Mit der rasanten Entwicklung der Biotechnologie und des Bioingenieurwesens entwickeln sich Bioreaktoren hin zu großtechnischen, automatisierten und intelligenten Anlagen. Als wichtiges Prozessmessinstrument in FermentationssystemWirbelstrommesser spielen aufgrund ihres ausgereiften und zuverlässigen Funktionsprinzips, ihrer guten Stabilität und ihrer breiten Anwendbarkeit eine unersetzliche Rolle bei der Konstruktion und dem Betrieb von Bioreaktoren.
In praktischen technischen Anwendungen kann nur durch die vollständige Kombination von Fermentationsprozesscharakteristika, Mediumeigenschaften und Systemsteuerungsanforderungen sowie durch die sinnvolle Auswahl und Anordnung von Wirbelstrommessern eine solide Garantie für den stabilen Betrieb und die hohe Qualität des biologischen Fermentationsprozesses gewährleistet werden.











